Sonne und UV-Strahlung

Positive und negative Effekte der Sonnenstrahlen

Die Sonne liefert viele positive Effekte für den Menschen. Das allgemeine Wohlbefinden wird gesteigert, die Abwehrkräfte werden gestärkt, Blutdruck und Cholesterinspiegel gesenkt und die Durchblutung und der Stoffwechsel angeregt. Eine Mindestmenge an Sonnenlicht wird zudem zur Bildung des Vitamin D benötigt, das der Körper für eine intakten Kalziumhaushalt braucht.

Bei übermäßiger Sonneneinstrahlung auf den Körper kommt es aber auch zu negativen Effekten. Akute Sonnenschäden können sofort, nach Stunden oder Tagen auftreten. Hierzu gehören bspw. Sonnenbrand, Sonnenallergie (Lichtdermatose), andere phototoxische Reaktionen aber auch Sonnenstich und Hitzschlag. Seit einiger Zeit rücken erfreulicherweise auch die chronischen Sonnenschäden immer mehr in das Bewusstsein der Menschen. Die Gefahr der Erkrankung an schwarzem oder hellem Hautkrebs, aber auch die durch dauerhafte übermäßige Sonnenexposition ausgelöste beschleunigte Hautalterung oder Bildung von Pigmentflecken ist mittlerweile einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dennoch muss dieses Bewusstsein weiter voran getrieben werden.

Wiederholte Sonnenbrände in der Kindheit sind die Hauptursache für chronische Sonnenschäden!

Lichtspektrum der Sonne und Auswirkungen auf die Haut

Spektrum des Sonnenlichts mit den verschiedenen Wellenlängenbereichen

Spektrum des Sonnenlichts mit den verschiedenen Wellenlängenbereichen

Die Strahlen der Sonne sind elektromagnetische Wellen mit unterschiedlichen Wellenlängen. Aus dem oben abgebildeten Sonnenspektrum gelangen lediglich die UVA- und UVB-Strahlen, das sichtbare Lichtsowie die Infrarotstrahlen auf die Erdoberfläche. Auch wenn die UV-Strahlen nur ca. 4,3% des gesamten Sonnenspektrum ausmachen, bewirken sie die größten Veränderungen an der Haut. Die UV-Strahlen unterscheiden sich hinsichtlich

  • ihrer biologischen Wirkungen auf die Haut
  • der Tiefe, in der sie in die Haut eindringen
  • ihrer Energie

UV-B-Strahlung

Die kurzwelligen UV-B Strahlen werden zu 90% von der Ozonschicht absorbiert. Die Intensität der durchkommenden Strahlen schwankt und hängt von einigen Faktoren ab (siehe Sonnenschutz).

UV-B Strahlen werden von den oberen Schichten der Epidermis (Oberhaut) größtenteils abgefangen und gelangen nur zu einem sehr geringen Anteil in die Basalzellschicht (siehe Abbildung unten). UV-BStrahlen sorgen für einen gebräunte Teint, für die Verdickung der Hornschicht (Aufbau der sog. Lichtschwiele), die Anregung der Melaninbildung und die Unterstützung der Vitamin-D-Synthese. Allerdings sind UV-B Strahlen auch maßgeblich für Sonnenbrände, allergische Reaktionen und Schädigungen der Zellkerne verantwortlich. Durch Summierung dieser Zellkernschäden werden insbesondere die Anlagen zur Ausbildung von Hautkrebs gelegt.

UV-A-Strahlung

Die UV-A Strahlen dringen bis in die Dermis (Lederhaut) mit dem Bindegewebe und den Blutgefäßen ein. Dort wirken sie auf die reißfesten Kollagenfasern und die elastischen Fasern ein. Letztere sind für die Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit der Haut verantwortlich. Kommt es zu einer übermäßigen Belastung durch UV-A Strahlen, so wird die Rückstellkraft der elastischen Fasern beeinträchtigt und das Bindegewebe geschwächt. Die Folge: Die Haut altert schneller, erschlafft und wird faltig.

Ebenfalls ist erwiesen, dass UV-A Strahlen über die Bildung von freien Radikalen das Risiko für bestimmte Hautkrebsarten erhöht. Zudem ist sie verantwortlich für das Entstehen von Pigmentstörungen, die Erhöhung der Lichtempfindlichkeit nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten sowie die polymorphe Lichtdermatose, allgemein als „Sonnenallergie“ oder „Mallorca-Akne“ bekannt.

 

Abbildung des Eindringungsvermögen der UV-Strahlen in die Haut